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Schulgewalt und Selbstwertempfinden
Subtitle
Zum moderierenden Einfluss von Bewältigungsressourcen bei Tätern und Opfern
Abstract
Die Bedeutung des Selbstwertempfindens für die Erklärung jugendlicher Gewalt in der Schule und ihrer Folgen wird in verschiedenen theoretischen Ansätzen und empirischen Studien unterschiedlich eingeschätzt. Der These, dass ein niedriges Selbstwertempfinden als Risikofaktor für Bullying einzuschätzen sei, steht der Befund gegenüber, dass Gewalttäter eher über ein hohes Selbstwertempfinden verfügen. In einer schriftlichen Befragung von 990 Schülern verschiedener Schulstufen und -formen wurde zum einen die Bedeutung des globalen Selbstwertempfindens (erfasst mit der "Rosenberg-Skala"), differenziert für Täter und Opfer von Schulgewalt, untersucht. In Übereinstimmung mit anderen Studien zeigten Opfer in der Regel den geringsten, Täter den höchsten Selbstwert. Die Variation der Zusammenhänge war in beiden Gruppen jedoch groß. Geprüft wurde daher im zweiten Schritt, welchen Einfluss individuelle Bewältigungsressourcen auf den Zusammenhang zwischen Gewalt und Selbstwertempfinden bei Tätern und Opfern haben. Hierzu wurden in einem eigenen Fragebogen insbesondere kognitiv adaptive Bewältigungsstile erfasst. Erwartungsgemäß zeigten Opfer, die über diese Copingressourcen verfügten, ein positiveres Selbstwertempfinden. Ein Risikofaktor für Gewalthandeln könnte dagegen vor allem ein vulnerables, d. h. nicht adaptiv gestütztes hohes Selbstwertempfinden sein. Methodische, theoretische und empirische Implikationen für Anschlussstudien werden diskutiert.
Publication Type
Article
Author
Wilmers, Nicola
Date Issued
2003
Faculty
Institute / Institution
Journal Title
Psychologie in Erziehung und Unterricht
Volume
50
Issue
4
Page Start
353
Page End
368
ISSN
0342-183X
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