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Sensemaking im sonderpädagogischen Feststellungsverfahren bei Mehrsprachigkeit
Abstract
Im Beitrag wird die organisationale Logik des Ein- und Ausschlusses im Kontext der Feststellung sonderpädagogischer Förderbedarfe bei mehrsprachigen Kindern untersucht. Ausgehend vom Konzept des sensemaking nach Weick (1995) und unter Rückgriff auf Theorien institutioneller Diskriminierung, die rassismus- und ableismuskritisch perspektiviert werden, wird analysiert, wie Entscheidungen im Rahmen der Verfahren zur Feststellung sonderpädagogischer Förderbedarfe legitimiert werden. Im Fokus stehen zwölf Feststellungsverfahren von mehrsprachigen Kindern, die sich aus einem Beratungsgespräch und einem Feststellungsgutachten zusammensetzen. Die Analyse mit Hilfe der Grounded Theory Methodologie zeigt, dass Mehrsprachigkeit in der diagnostischen Praxis häufig nicht differenziert berücksichtigt wird. Es wird deutlich, dass institutionelle Routinen weniger an den individuellen Fähigkeiten der Kinder als an der Stabilisierung organisationaler Logiken orientiert sind, somit strukturelle Ausschlüsse produzieren und zu einer systematischen Schlechterstellung mehrsprachiger Kinder führen.
Publication Type
Article
Author •
Haas, Benjamin
Amirpur, Donja
Date Issued
2025
Faculty
Institute / Institution
Journal Title
Fallarchiv Kindheitspädagogische Forschung
Volume
2025
Issue
8
Page Start
3
Page End
24
Article Number
5
HilPub short link
