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Aufarbeitung in der Kinder- und Jugendhilfe im Spannungsfeld von Korporatismus und einem rechtebasierten Ansatz
Abstract
Der Kinderschutz hat sich in den vergangenen 50 Jahren institutionell professionalisiert und ist aktuell wieder Gegenstand von Reformen in der Sozialgesetzgebung in Deutschland. In supranationalen Abkommen werden zudem Rechte von jungen Menschen und deren Positionen politisch gestärkt. Weiterhin werden vermehrt Studien zur Aufarbeitung sexualisierter Gewalt in pädagogischen Organisationen in der Vergangenheit und Gegenwart vorgelegt. In diesen Studien wird betont, dass Kinder und Jugendliche Grundrechtsträger*innen sind, und sie darum ein Recht haben auf die Aufarbeitung eines ihnen durch Erfahrungen sexualisierter Gewalt zugefügten Unrechts. Der Beitrag erörtert, dass ein rechtebasierter Ansatz (rights-based approach) in der Kinder- und Jugendhilfe auch ein Recht auf Aufarbeitung im späteren Lebensverlauf - in Bezug auf die in der Kindheit und Jugend erlebte (sexualisierte) Gewalt - einschließt. Dabei steht der Ansatz in einem Spannungsverhältnis zu dem korporatistischen Pfad, der die Kinder- und Jugendhilfe in ihrer Entwicklung geprägt hat. Dieses Spannungsverhältnis - so die These des Beitrags - müssen Studien zur Aufarbeitung reflektieren, wollen sie nicht selbst die bestehenden Machtasymmetrien der Kinder- und Jugendhilfe reproduzieren.
Publication Type
Article
Author
Date Issued
2025
Faculty
Institute / Institution
Journal Title
Medizinhistorisches Journal
Volume
60
Issue
3
Page Start
302
Page End
319
ISSN
0025-8431
HilPub short link