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Hilfepraktiken im Hilfesystem
Subtitle
Zur (Re-)Produktion von Asymmetrien und Differenzen im Unterricht
Abstract
Im Unterricht ist das gegenseitige Helfen und Unterstützen von Schüler*innen alltägliche, beobachtbare Praxis, die sich von der schüler*innenseitig selbstinitiierten Suche nach Rat bis hin zu durch Lehrkräfte fest installierte und aufgabenbezogene Hilfesysteme unterschiedlich gestalten kann (vgl. Rabenstein u.a. 2012, 32; Krappman & Oswald 1995, 144). Die per Definition erst einmal positiv konnotierte Erwartung an das gegenseitige Helfen wird jedoch im Kontext von Schule und Unterricht nicht immer erfüllt (vgl. Krappmann & Oswald 1995; Wagener 2014). Auch über das von Lehrkräften im Unterricht eingeführte Hilfesystem wird ambivalent geurteilt (vgl. Bastian 2012): Kritik entzündet sich dabei an generellen Problemen der schulischen Differenzierung sowie der Einteilung von Schüler*innen und reicht bis hin zur Verfestigung von Asymmetrien und Machtstrukturen auf Mikroebene, die mit diesem Beitrag beforscht werden. Anhand videographierten Unterrichts wird rekonstruiert, wie Asymmetrien und Differenzen zwischen Schüler*innen durch ein sogenanntes Hilfesystem sowohl seitens der Schüler*innen als auch seitens der Lehrkraft reproduziert werden. Hierzu wird eine ausgewählte Videosequenz aus dem videobasierten Fallarchiv HILDE mithilfe praxeographischer Sequenzanalyse interpretiert, wodurch Rückschlüsse auf generelle Differenzierungspraktiken im Unterricht gezogen werden können.
Publication Type
BookPart
Author
Date Issued
May 22, 2024
Institute / Institution
Published in
Videographische Forschung zu inklusivem Unterricht: Erziehungswissenschaftliche und fachdidaktische Perspektiven
Publisher
Verlag Julius Klinkhardt
Publisher Place
Bad Heilbrunn
Page Start
189
Page End
208
ISBN
978-3-7815-2643-3
HilPub short link